Schwer aktiv: Ein Neustart mit 30 Kilo weniger Gepäck

Geschrieben am 2026-04-30

Der Elefant im Raum: Warum es hier so still war

Fast zwei Jahre ist es her, dass ich diesen Blog gestartet habe. Mein ursprünglicher Plan, während der Marathonvorbereitung jeden Tag einen Post zu verfassen, war im Rückblick schlichtweg zu ehrgeizig. Mir gingen die Themen aus und nach August 2024 folgte eine lange Funkstille.

Doch die eigentliche Vollbremsung passierte auf dem Asphalt: Im März 2024 nahm mir ein Autofahrer die Vorfahrt, was in einem Sturz und einer gebrochenen Elle endete. Erst Monate später brachte ein MRT ans Licht, dass auch das TFCC-Band in meinem Handgelenk komplett abgerissen war.

Die Diagnose war ein Schlag in die Magengrube – nicht, weil ich mich am Boden fühlte, sondern weil ich gerade erst „Blut geleckt“ hatte. Ich hatte gemerkt, dass ich im Kraftsport für mein Alter richtig gute Ergebnisse abliefere und der Plan für meinen ersten Powerlifting-Wettkampf stand bereits. Statt Deadlifts hieß es plötzlich: Schiene tragen und ab an die „langweiligen“ Maschinen. Der Frust war riesig, aber heute weiß ich: Pausen sind nur Unterbrechungen, keine Endpunkte.

Von Apple-Ringen und echtem Essen

Mein Weg vom 121-kg-Softwareentwickler zum heutigen Sportalltag begann eigentlich mit einer technischen Spielerei: Ich wollte Apps für die Apple Watch schreiben. Doch die Gamification packte mich schneller als der Code – plötzlich wollte ich diese Ringe nicht nur programmieren, sondern auch schließen.

Der Startpunkt: 121 kg, wenig Bewegung, aber der erste Funke Neugier auf die Technik hinter den Apple-Ringen.

Dass man mit Adipositas und Bluthochdruck nicht einfach losstürmt, war mir klar. Mit Unterstützung der Sportmedizin an der TU München lernte ich, im richtigen Pulsbereich zu trainieren. Parallel dazu habe ich meine Ernährung umgestellt: Weg von der „Chemiefabrik“, hin zu echtem, selbstgekochtem Essen. Seit Dezember 2025 nehme ich am Adipositaskurs der München Klinik Bogenhausen teil, um mein Verhalten langfristig zu festigen.

Wien, die Waden und der Weg nach Fürth

Heute wiege ich 91 kg. Dass der Weg zum Ziel nicht immer linear verläuft, hat mir erst vor eineinhalb Wochen der Wien-Marathon gezeigt: Bei Kilometer 31 zwangen mich heftige Wadenkrämpfe zum Abbruch.

Wien-Marathon 2026: 30 kg leichter und im Vereinstrikot des SV 1880 München. Auch wenn die Waden bei Kilometer 31 streikten, ist das Gefühl ein völlig anderes als früher.

Der „Waden-Plan“ für Fürth

Ich vermute, dass mein Elektrolytstoffwechsel durch ein Blutdruckmedikament durcheinandergebracht wurde. Aber hier schließt sich ein wunderbarer Kreis: Durch die Gewichtsabnahme hat sich mein Blutdruck so verbessert, dass die Medikamente nun reduziert werden sollen. Nächste Woche habe ich den Termin beim Arzt, um das genau zu besprechen.

Die Fehleranalyse läuft also auf Hochtouren, denn das Ziel steht fest: Am 14. Juni trete ich beim Metropolmarathon von Fürth nach Nürnberg an, um meinen ersten Marathon offiziell ins Ziel zu bringen.

Was dich hier künftig erwartet

Unter dem neuen Namen „Schwer aktiv“ werde ich künftig seltener, aber dafür mit mehr Tiefe berichten. Ich möchte meine Erfahrungen als angehender A-Lizenz-Trainer teilen und zeigen, wie man auch mit einer „unsportlichen“ Vergangenheit die Freude an der Bewegung behält.

Egal ob Powerlifting-Wettkampf oder Marathon-Finish: Ich nehme euch mit. Was ist dein aktuelles sportliches Ziel, das dich morgens aus dem Bett treibt?